Karijini National Park

Man sollte es kaum annehmen das sowas möglich ist, aber beim Versuch, den Karijini National Park zu beschreiben, gehen auch mir die Worte aus. Also, vielleicht bin ich auch nur einfach müde grad, aber wenn ich mich recht erinnere war auch die Tage im Nationalpark selbst nicht sehr viel mehr aus uns rauszukriegen als ein „Ohhh, schön!“ Und zwar alle naselang. Weil wenn man den Karijini in einem Wort zusammenfassen will, dann fällt einem nicht viel anderes ein als „Wunderschön“.

Versuchen wir es der Reihe nach: Port Hedland hatten wir am Donnerstag Mittag hinter uns gelassen und fuhren nach Süden, vorbei am Auski Roadhouse, in den Karijini National Park hinein, wo wir gerade noch so das Besucherzentrum vor Feierabend erreichten, nachdem das mit der Eintrittsgeld- und Urlaubspasserwerbsplanung ein wenig gedauert hatte am Parkeingang. Im Besucherzentrum erwarben wir dann unseren Holiday Pass, der uns für $40 vier Wochen lang Eintritt in alle Nationalparks Western Australias gewährt (Tasmanien, aufgemerkt!) sowie einen Campingplatz für zwei Nächte am Dales Gorge Campground, Einzelheiten zu erfahren bei den freiwilligen Campgastgebern. Bei denen wurde uns ein Platz zugewiesen, den wir allerdings erst später besichtigten – erstmal stand noch ein erfrischendes Bad an, bevor die Sonne untergehen sollte. Dazu musste man auch nur mal eben wieder einen steilen Felswand mit frei interpretierter Treppe heruntersteigen, sich dann auf den nassen, glatten Steinen nicht auf die Fresse legen, bevor man dann planschen gehen konnte: Fortescue Falls hieß das und sollte auf jeden Fall einen erstklassigen ersten Eindruck vom Karijini geben.

Solchermaßen angefüttert freuten wir uns auf die folgenden zwei Tage Wandern, die sich dann nach einigem Planungshin und –her so gestalteten, dass wir am Freitag uns einen etwas längeren Rundweg am Dales Gorge aus den verschiedenen kürzeren Optionen zusammenbastelten, bevor wir am Samstag im Weano Gorge zwei kürzere, schwerere Trails absolvieren sollten. Den Start in den Freitag sollte ich mir morgens aber trotzdem erstmal etwas versauern, als ich beim Ausparken zwar an die Begrenzungspfosten dachte, nicht aber an die Platznummernstange in der Ecke am Wegesrand, die mit etwa 50cm Höhe nirgends im Blickbereich war, und die Donald also dann doch etwas döller kennenlernte als ich das gut fand. Hab ich ihm also auch eine Beule zugefügt. Och menno.

Der Rest des Tages war jedoch ausnahmslos wunderbar. Der Dales Gorge war ein Augenschmaus und die Wanderung, obwohl wieder mal rechtzeitig zur Mittagshitze angegangen, ob der Aussicht auf drei erfrischende Pools entlang des Weges, nicht kräftezehrend sondern eher erfrischend. Stellenweise als „Class 4“ gebrandmarkt (ab „Class 6“ wird hier Kletterausrüstung und ne Anmeldung beim Ranger gefordert) war der Weg trotzdem nicht halb so schwer wie erwartet/befürchtet, man musste halt manchmal etwas kreativ sein, wenn es darum ging, den Wegmarkern zu folgen. Belohnt wurde man mit wunderschöner Aussicht auf beeindruckende Steilwände, malerische Flora entlang des Weges, eiskalte Pools und ganz wenig Wanderverkehr entlang des Weges.

Abends wieder am Camground wurden wir von unseren Nachbarn zu einem abendlichen Schwatz eingeladen, den ich gern annahm. Katja verpasste hingegen, da lieber der Müdigkeit ins Zelt folgend, verpasste einen heiteren Abend bei anderthalb Flaschen Wein mit Bob und Gwyneth, typische australische Rentner, die ihren arbeitsarmen Lebensabend im Caravan durchs Land reisend verbringen. Der korrekte australische Begriff dafür lautet übrigens „Grey Nomads“ und ist ein durchaus üblicher Lebensabschnittsplan.

Am Tag darauf bauten wir morgens unsere Zelte ab und richteten Donald gen Westen, wo wir dann laut Wegbeschreibung auf eine Nebenstraße abbiegen sollten, die zumindest aufgrund teilweiser Teerung eine geringere Belastung fürs Auto darstellen sollte. Wie wir dann leider recht bald feststellen mussten, waren die 30km Dirttrackstrecke trotzdem kein Zuckerschlecken, aber nach etwa einer Stunde Ausweichen, Abbremsen, Vibrieren und Randfahren kamen wir dann doch endlich am Parkplatz an. Da die beiden geplanten Wege eine „Class 5“ aufwiesen, holte ich ganz großzügig mal wieder die Wanderstiefel raus und als wir alles zusammengepackt hatten, ging es dann los, mal wieder eine Schlucht hinabklettern. Kaum unterwegs wurden wir von einer Gruppe Jungs quasi im Fluge überholt, die in Flip Flops sich mehr hüpfend als laufend den Weg bahnten. Wir fanden die Wahl des Schuhwerks mindestens abenteuerlich – sollten aber gleich noch feststellen, wer denn hier die falschere Entscheidung getroffen hatte. Kaum näher am ersten Ausflugsziel heran mussten wir dann nämlich umdisponieren – will heißen, uns ausziehen und unsere Sachen zurücklassen: Der Weg führte ins Wasser, teilweise so tief, dass man ums schwimmen nicht drumrum kam. Die Kameras gut in Felskanten verstaut, trauten wir uns in Bikini und barfuß dann aber doch weiter, bis der Gorge immer enger wurde, und man einige Stufen im Bachbett herabklettern musste. Trotz Befürchtungen beiderseits, dass wir da nie wieder rauskommen, kletterten wir neugierig weiter, Katja so oft es ging entlang der plattigen Felswände, ich lieber im Bach, bis wir den Kermits Pool erreichten, dass erste Ziel des Tages. Dort waren die Jungs von vorher mit Sprungübungen von den Felswänden ins Wasser beschäftigt, wir hielten uns da aber zurück und genossen lieber den einmaligen Ort.

Wieder bei unseren Habseligkeiten angekommen, angezogen und die Wand wieder hochgeklettert ging es dann zum zweiten Wanderweg, der sich dann aber auch recht fix als einer herausstellen sollte, wo man ab einem bestimmten Punkt ums Wasser nicht mehr drumrumkommt. Katja wollte sich nicht schon wieder umziehen, da ich aber zu dem Zeitpunkt schon wieder im Wasser war, um herauszufinden wie tief es ist, hab ich mich dann doch locken lassen um die Ecke zu sehen und folgte dem Pfad immer weiter über Geröll, glibbschige Steine und durch noch mehr Wasserstellen, legte mich dabei ein paar Mal fast hin bevor ich dann wieder eine enger werdende Stelle betrat, an der man sich ordentlich an den Wänden festhalten musste, während die Füße sich langsam auf schmalen Stufen ihren Weg suchten. Schließlich weniger als einen Meter breit, gab man sich sehr Mühe nicht auszurutschen, denn man sah schon das Ziel, den Handrail Pool, so benannt, weil es zu dem Wasserloch etwa vier Meter runtergeht, die man am Besten mit ganz doll am Geländer festhalten absolviert. Eigentlich ja immer der größte Angsthase, traute ich mich dann da aber doch runter (es waren noch ein paar andere dort, wenn ich abgesegelt wäre hätte sich also sicher auch jemand erbarmt mir zu helfen; es ist mir im Übrigen ein Rätsel, wie einer der Anwesenden es geschafft hatte nicht nur seine Kamera samt Stativ sondern auch sich in Klamotten trocken dorthin zu befördern – der muss doch nen Geheimweg kennen) und verweilte einige Momente an diesem zauberhaften Ort, bevor ich mich wieder auf den abenteuerlichen Rückweg machte. Katja eingesammelt ging es dann wieder hoch – nach jedem dieser Anstiege fühlt man üblicherweise ein dringendes Bedürfnis nach einer Abkühlung in einem kalten Pool – und wir machten uns auf die einstündige Fahrt über die staubige Dirttrack zurück zur richtigen Straße. Dort folgten wir dann der Sonne bis nach Tom Price (ja, Städte nach Menschen zu benennen hat hier eine gewisse Tradition), wo wir uns in einem Caravan Park einquartierten und nach drei Tagen endlich wieder Strom, Internet und somit Kontakt zum Rest der Welt hatten, denen wir ja erstmal ein paar Bilder unter die Nase reiben mussten. Wegen offensichtlichen Gründen beschränken sich unsere Lichtbilddokumente leider auf den Dales Gorge und die Anfänge unserer samstäglichen Touren, was heißt, dass das Allerschönste nur in unseren Köpfen abgebildet ist. Da bleibt euch wohl leider nichts anderes übrig, als herzukommen und es euch selbst anzuschauen (oder alternativ hier und hier ein paar Eindrücke zu klauen).

Anfahrtsweg. Kann man haben.

Anfahrtsweg. Kann man haben.

Ich glaube, das geht unter der Definition "Scenic Drive" durch.

Ich glaube, das geht unter der Definition „Scenic Drive“ durch.

Bevor es los geht, erstmal eine Warnung. Beachten sie das Tragen von Schutzhelmen und Sicherungsseilen aller Fotomodelle. Joa... brauchen wir nicht.

Bevor es los geht, erstmal eine Warnung. Beachten sie das Tragen von Schutzhelmen und Sicherungsseilen aller Fotomodelle. Joa… brauchen wir nicht.

Dales Gorge von oben

Dales Gorge von oben

Dales Gorge von unten.

Dales Gorge von unten.

Lookout a.k.a. "Pause"

Lookout a.k.a. „Pause“

Bitte suchen sie sich einen Weg aus.

Bitte suchen sie sich einen Weg aus.

Hüpf, hüpf!

Hüpf, hüpf!

Circular Pool, Dales Gorge

Circular Pool, Dales Gorge

Fern Pool, Dales Gorge

Fern Pool, Dales Gorge

Noch mehr Dales Gorge.

Noch mehr Dales Gorge.

DSC_6158

Guck mal, da unten sind schon welche!

Guck mal, da unten sind schon welche!

DSC_6181

Drachenfliege.

Drachenfliege.

Wo geht es denn hier zum Indiana Jones-Film?

Wo geht es denn hier zum Indiana Jones-Film?

Da musste man nicht drin schwimmen.

Da musste man nicht drin schwimmen.

Circular Pool, Dales Gorge

Circular Pool, Dales Gorge

Und nochmal.

Und nochmal.

Weiter geht es zur nächsten Erfrischung.

Weiter geht es zur nächsten Erfrischung.

Dales Gorge (ich bin heut so unkreativ beim Betiteln...)

Dales Gorge (ich bin heut so unkreativ beim Betiteln…)

Libellende Vögel

Libellende Vögel

Stimmungsvolle Fotospots

Stimmungsvolle Fotospots

Lustiges stockartiges Insekt.

Lustiges stockartiges Insekt.

Fortescue Falls, Erfrischungspunkt Nummero 2.

Fortescue Falls, Erfrischungspunkt Nummero 2.

Ein bisschen Grün entlang der Kletterwand.

Ein bisschen Grün entlang der Kletterwand.

Lustige Bäume.

Lustige Bäume.

Fern Pool

Fern Pool

Noch mehr lustige Bäume.

Noch mehr lustige Bäume.

Weano Gorge von oben.

Weano Gorge von oben.

Und nochmal.

Und nochmal.

Los geht's Richtung Kermits Pool.

Los geht’s Richtung Kermits Pool.

So sieht Class 5 aus.

So sieht Class 5 aus.

Wenigstens kann man sich nicht verlaufen.

Wenigstens kann man sich nicht verlaufen.

Ab da ging es im Wasser weiter.

Ab da ging es im Wasser weiter.

Und ab da dann auch ohne Kamera.

Und ab da dann auch ohne Kamera.

Noch trocken kurz vorm Handrail Pool.

Noch trocken kurz vorm Handrail Pool.

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