Hier sehen sie Australiens Bruttoinlandsprodukt

Nachdem wir die Nacht an einem Rastplatz entlang des Weges verbracht hatten, wollten wir natürlich die Gelegenheit nutzen, die etwa 600km lange Strecke nach Port Hedland durch den Besuch des 80 Mile Beach aufzulockern. Ja, da gibt es irgendwo in der Einöde im Nordwesten Australiens einfach mal etwa 130km ununterbrochene Strandlinie. Warum auch nicht. Der Zugang ist begrenzt, obwohl der Highway gerade mal ein dutzend Kilometer entfernt ist, aber Querstraßen gibt es nur alle Jubeljahre mal. Eine davon pickten wir uns heraus und sonnten uns eine Weile bevor wir uns ausgiebig dem Muschelnsammeln hingaben. Das tat gut, und sollte dann an dem Tag landschaftlich auch den Höhepunkt darstellen.

Laaaaaaanger Strand.

Laaaaaaanger Strand.

Ich trag mal meinen Ersatzbikini aus.

Ich trag mal meinen Ersatzbikini aus.

Mitbringsel!

Mitbringsel!

Danach ging es nämlich weiter, immer näher an Port Hedland heran – und die kürzer werdende Distanz ließ sich an der umgekehrt proportionalen Zunahme von Trucks auf der Straße gut feststellen. Herzlich willkommen im eisernen Herzen Australiens. Port Hedland, Karratha, Dampier (entlang der Küste), sowie Tom Price und einige andere kleine Orte und Minen (im Landesinneren) der Pilbara-Region sind quasi wegen nichts anderem existent, bekannt und besiedelt als dem Abbau von Eisenerz. Und wir reden hier von viel Eisenerz, quasi dem Grund, warum Western Australia so stinkend reich ist im Vergleich zu den anderen Bundesländern. 50% der westaustralischen Bergbauerzeugnisse sind Eisen, die damit 20% der australischen Exporte allein stemmen, sowie allein etwa 4% des australischen Bruttoinlandsprodukts aus der Erde holen. Der vielbeschworene Mining Boom, in Western Australia ist er zu Hause, und wer wissen will, wie sowas aussieht, der fährt nach Port Hedland.

Wenigstens kein hohes Feuerrisiko heute.

Wenigstens kein hohes Feuerrisiko heute.

Industrieattraktion.

Industrieattraktion.

Lanschaftlich auf keinen Fall sehenswert, fällt einem schnell auf, dass man in einer Arbeiterstadt ist. Nicht nur, dass die Autos auf der Straße auf einmal kaum mehr Caravans hinter sich herzogen oder coole Backpacker in graffitibesprühten Camperbussen die Mehrheit des Verkehrs stellten: Wo man hinsah – zwischen den Trucks, die einen auf einmal im Dutzend pro Minute entgegen kamen – Arbeitsautos, mit Schildern, Warnleuchten und Gerätschaften. Im Ort dann selbst, wir wollten mal eben den lokalen Wollwert (Woolworth neben Coles der Hauptsupermarktversorger) aufsuchen, quasi Einheitslook wo man hinsah: Ich behaupte mal mehr als drei Viertel der Menschen trugen die vorgeschriebene australische Arbeitsbekleidung in knallorange- und neongelb-dunkelblau. Hier leben keine Rentner, wenig Kinder, hier leben die Menschen, die ein paar Jahre Geld verdienen wollen, und dann sehen, dass sie wegkommen. (Oder hängenbleiben.) Selbst eine Australierin hab ich die Tage überhört, wie sie Port Hedland als die hässlichste Stadt Australiens titulierte.

Für uns sollte es demzufolge auch nur ein Auflade- und Tankstopp sein, bevor es zum eigentlichen Ziel in der Pilbara, dem Karijini-Nationalpark ging. Allerdings gedachte ich dann, wenn man schon mal in so einer Gegend ist, die Gelegenheit zu nutzen und ein bisschen Roadtrain-Spotting zu betreiben – immerhin eine Ikone Australiens, und hier fuhren sie quasi alle naselang an einem vorbei. Auch ein Erlebnis: Einen Roadtrain im Kreisverkehr sehen. Ja, denkt man sich da, die haben in Port Hedland Kreisverkehre, groß genug sind für Roadtrains. Oder auch sehr schön: Von einem Roadtrain überholt werden (was bei meinem Spritspartempo auch nicht selten passierte). Da fühlt man sich doch ein bisschen klein, in seinem Donald. Wie gesagt, gut für ein paar Fotos sollte das sein, also hielt ich an einem Lookout, eigentlich für Züge angedacht, an dem prompt auch noch einer der Iron Ore Trains an mir vorbeifuhr.

Guck, die Lok! Mal schauen, ob ich den ganzen Zug auf ein Foto kriege!

Guck, die Lok! Mal schauen, ob ich den ganzen Zug auf ein Foto kriege!

Erstmal rauszoomen.

Erstmal rauszoomen.

Jetzt wird's schon arg klein, und immer noch kein Ende in Sicht...

Jetzt wird’s schon arg klein, und immer noch kein Ende in Sicht…

...an dem Punkt hab ich dann afgegeben. DIe Lok ist irgendwo rechts, zwischen dem Strommast und dem Baum links daneben... es dauerte noch eine Weile, bis der letzte Waggon vorbeifuhr.

…an dem Punkt hab ich dann afgegeben. Die Lok ist irgendwo rechts, zwischen dem Strommast und dem Baum links daneben… es dauerte noch eine Weile, bis der letzte Waggon vorbeifuhr.

Den in seiner ganzen Länge abgewartet, stellte ich mich an die Straße und hielt die Kamera auf alles, was die bekannten Warnschilder („ROAD“-„TRAIN“)vor sich her trug, was immerhin auch von einigen der Fahrer mitbekommen und mit einem freundlichen Zurückhupen kommentiert wurde. Für euch jetzt also eine kleine Galerie diverser Lastzüge, die ihr, mit dieser Tabelle hier, gerne auch typisieren könnt. Wer alle korrekt in einem Kommentar hier postet gewinnt keine Postkarte aus Port Hedland!

Dieser hier führt uns gerade einmal vor, warum man sich nicht mit den größten Lebewesen der Straße anlegt: Überholvorgang auf der Abbiegespur!

Dieser hier führt uns gerade einmal vor, warum man sich nicht mit den größten Lebewesen der Straße anlegt: Überholvorgang auf der Abbiegespur!

Sollte einer aus den Minen sein.

Sollte einer aus den Minen sein.

Der ist noch nicht ganz ausgewachsen...

Der ist noch nicht ganz ausgewachsen…

Dann hätten wir noch den hier...

Dann hätten wir noch den hier…

...und diesen.

…und diesen.

Das ist gar kein Roadtrain, das ist nur ein Oversize.

Das ist gar kein Roadtrain, das ist nur ein Oversize.

Hier sehen wir ein kaputtes Roadtrain.

Hier sehen wir ein kaputtes Roadtrain.

Und den noch, als Abschluss.

Und den noch, als Abschluss.

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