Byebye Nyabing!

Nach einigem an Verabschiedsfeierei die letzten beiden Tage ist es heute soweit – es geht weiter mit der Reiserei. Bis Silvester, also eigentlich den 30.12. will ich in Sydney sein, was eine Strecke von etwas mehr als 3800km in 8 Tagen bedeutet. Hört sich doch machbar an und dürfte sogar noch Zeit lassen zum Anhalten und Dinge besichtigen (wie oft ich das allerdings in der Nullarbor bei sommerlichen Temperaturen machen werde steht noch aus). Donald ist einigermaßen vorbereitet… hofft man. Auf jeden Fall ist er vollgeladen.

Wo kommt der ganze Kram her?

Wo kommt der ganze Kram her?

Viel Zeit zum Tippen hab ich grad allerdings auch nicht, ich bin noch für ein Abschiedslunch verantwortlich von dem noch nicht wirklich viel vorbereitet ist* – das Dessert ist allerdings schon fertig:

Nennt mich Domestic Goddess.

Da ich allerdings noch einen letzten Blogeintrag aus Nyabing schreiben wollte mach ich das jetzt noch**, so eine anständige Verabschiedung ist ja schließlich auch wichtig, zumal ich ja, soweit ich das jetzt überblicke, nie wieder hierherkommen und die meisten der Leute hier nicht wiedersehen werde. Das stimmt mich tatsächlich ziemlich traurig, aber ich war ja noch nie gut im „Auf Wiedersehen“ sagen, insbesondere, wenn man wie hier in Nyabing so herzlich aufgenommen wurde. Standesgemäß für die Barmaid gab es demzufolge auch eine Abschiedsparty im Pub, die, spät angefangen, irgendwann gegen morgens halb 5 vor dem Pub zu Ende ging. Ich hatte irgendwas um die 14 Standarddrinks im Blut und fühlte mich gestern auch entsprechend, und brauchte selbst abends zur Gemeindeweihnachtsfeier bei Barbeque und Freibier noch eine Weile, eh ich wieder funktionstüchtig war. Und mich gestern dann am Cider festhielt… Ich hab erstmal genug Rummixgetränke für ne Weile intus. Neben ausgiebigen Aufwiedersehens, Gruppenumarmungen und Gutereisewünschen ließ ich dann auch gestern abend mein neues Swan Draught-Shirt von einigen Leuten vervollständigen, a.k.a. bekritzeln. Mal schauen, ob ich das in nem halben Jahr noch entziffern kann…Ich werde diese kleine Stadt vermissen, es war auf jeden Fall wunderschön hier, interessante drei Monate (und eine Woche!) und viele nette Menschen haben einem dieses Australien doch ein ganzes Stück nähergebracht. Hachja…

Aber bevor ich mich jetzt wehmütig wieder in die Küche* begebe, hier noch ein paar Bilder aus den letzten beiden Wochen:

Letzte Woche Mittwoch war ich ja mit Frenchy in den Saleyards, angeblich die größten Schafssaleyards in Rural-Australien (man kann sich ja immer ne Kategorie zurechtbasteln, nech?). Frenchy kauft und verkauft Schafe ja im recht großen Stil, seine Firma ist allerdings auch der weltgrößte Exporteur von Rindviechern und Schafis. Meistens lebend, was hier in den letzten Monaten zu einigen Diskussionen geführt hat. Jedenfalls konnte ich den Verkaufsspaß ganz nah mit verfolgen. Der Auktionator (in der Mitte mit zwei Assistenten, die die Preise und Namen der Gewinnerbieter aufschreiben) geht quasi auf dieser Mittelplanke zwischen den Gattern hin und her und verkauft eine Gatterladung Schafe nach der anderen.

Heute im Angebot…: Schaf. Statt Auktionshammerschwingen wird übrigens einfach in die Hände geklatscht.

Das dauert nicht lange, die Jungs sind geübt im Schnellsprechen und ich hatte doch einige Probleme, da mitzukommen, aber hey, die Farmer werden schon wissen was sie da kaufen. Interessanterweise mussten einige Male die Preise erst gesenkt werden, bevor jemand bereit war, zu bieten, und dann ging es wieder hoch, wenn mehrere interessiert waren. Einmal war offensichtlich keiner interessiert – da ging der Preis von über 40 auf 22$ runter, an welchem Punkt der Auktionator dann leicht frustriert „Oh come on…!“ in die Runde rief – nur um von einem Farmer ein „$18 and I’ll take `em!“ entgegengerufen zu bekommen.

Lektion No. 1: The horniest are not the most valuable.

Interessant fand ich auch die Art und Weise, wie geboten wurde… kaum merklich. Irgendwann fiel den Name Wellard (also Frenchys Firma) obwohl ich keinerlei Bieteraktivitäten ausmachen konnte… Genauer betrachtet stellte sich dann heraus, dass Frenchy durch Blickkontakt und minimales Kopfnicken von etwas 4mm Positionsdifferenz bietet. Wie der Auktionator das aus 5m erkennen und zuordnen kann weiß ich nicht. Ich hoffe allerdings, dass ich nicht aus Versehen Schafe ersteigert hab, die jetzt immer noch dort rumstehen, bei meiner Gestikulierung… Als ich dann nach der Auktion half, seine Neuanschaffungen in Richtung Transporter zu treiben bekam ich dann zudem noch ein Kompliment von einem wildfremden Farmer, der mein „Come on, precious!“ immerhin zu würdigen wusste: „Good on ya for not swearing!“ Vermutlich war ich die einzige Person, die Sarkasmus statt Fluchen zum Schafetreiben einsetzte…

Apropos Schafetreiben: Montag, ein letztes Mal für 13 Stunden bei über 30 Grad auf Frenchys Farm, konnte ich auch das wieder tun, und bekam auch diesmal wieder Garys Ute zugeteilt. Den fuhr ich dieses Mal mehr oder weniger zielgenau (kann ja keiner ahnen, dass sowas aus dem Nichts auftaucht) durch ein trockenes Creekbed, der sich mitten durch den Paddock zog, und konnte mir eine schöne Beule auf dem Kopf zulegen. Mein Nacken tut auch weh, und das alles nur, weil ein paar Schafe sich nicht von meinen Treibkünsten beeindrucken ließen und sich in den Bush schlugen. Da fing dann auch ich mit dem Fluchen an.

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Diese hingegen drehten den Spieß mal um und trieben die Farmer.

Soweit erstmal von meiner Seite, langsam muss ich dann wirklich mal los… Updates und Reisefortschritte gibt es die Tage dann natürlich auch wieder.

*Mittagessen vorrüber, lecker war’s. Auf geht’s.

** Da das Internet in Nyabing manchmal wirklich nervig ist, kommt der Upload jetzt erst, da ich in Esperance auf’m Campingplatz weile und Donald als Schlafgemach einweihe.

Ein paar Bilder hab ich noch, einfach weil’s geht…

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Mir wurde gesagt, das sei ein Christmas Tree. Unverkennbar.

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Jason kuschelt fremd mit Kennys Kelpie-Welpen Riley.

Julie, very responsible. Trinkt nur Diet Coke im Dienst. Mmmh-haaaah.

KR und Gary trinken Bier während der designated driver geduldig wartet.

Wer hat die“ Fucking Germans“® in den Pub gelassen?

Die Bundi-Dosen waren noch nicht ganz kalt – da muss man (in diesem Fall Trent und Namevergessen) sich schon zu helfen wissen.

Eine Frauenquote.

Ja, das kann ich jetzt auch.

Ja, das kann ich jetzt auch.

Abschiedsabendsonnenuntergang.

Abschiedsabendsonnenuntergang.

Immer noch mein Lieblingsfoto vom Pub.

Immer noch mein Lieblingsfoto vom Pub.

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