Im Regen.

Eine kleine Wortmeldung, auch wenn ich seit dem letzten Blogeintrag den Pub quasi nicht verlassen hab, mit Ausnahme vom Einkaufen am Donnerstag in Katanning – aber das ist ja nun auch wieder Arbeit –, auch nicht an meinen beiden freien Tagen, da dank Regen der Plan, mal wieder an der Ernte teilzunehmen sprichwörtlich ins Wasser gefallen ist. Auch war meine Mobilität urplötzlich arg eingeschränkt, als ich letzten Samstag mal rausfahren wollte, aber Donald einfach nicht ansprang. Eine leichte Panik wechselte sich mit mantraartigem „Es ist vermutlich nur die Batterie, es ist vermutlich nur die Batterie…“ ab, und japp, Demis konstatierte ein Batterieproblem, weswegen Donald seit Dienstag eine neue Ladung Saft sein Eigen nennt. Lieber jetzt als mitten auf den 4000km durchs Nirgendwo nächsten Monat, sag ich da nur.

In Katanning hatte ich zumindest die Zeit, auch mal in die Touristeninformation zu gehen und einiges an Programm aufzutreiben – das hätte man durchaus auch vor zwei Monaten auch schonmal haben können, diese Idee… Es war tatsächlich informativ, und einige Anregungen für kommende freie Tage sind auch dabei herausgesprungen, die Minieisenbahn lass ich dann aber glaub doch aus, hatt man ja schließlich zu Hause. Aber Katanning hat tatsächlich einen Swimmingpool, da könnte man ja unter Umständen mal reinhüpfen. Immer noch auf der To-Do-Liste steht zudem die Bremer Bay, bekannt für wunderschöne Strände, was natürlich genauer betrachtet werden muss. Bei gutem Wetter.

Die letzten Tage war es dann nämlich doch wieder kühl – entsprechenden Aussagen, es wäre „freezing“ musste ich jedoch widersprechen, es war 16° darüber – und ein wenig stürmisch, mit Windstößen über 100km/h und ungefähr 15000 Haushalten ohne Strom in Perth. Ups. Was mich zu der Frage bringt, ob es darüber irgendeine Notiz im deutschen Nachrichtendschungel gab? Die letzten Tage konnte ich nämlich umgekehrt Einiges über zu Hause in den gängigen australischen Medien (also, den 4 Kanälen hier im Nirgendwo) erfahren. Thema war das Feuer in einer Behindertenwerkstatt, dass Leistungsschutzrechtgesetz, gegen welches Google mobil macht, inklusive Politikerinterview, sowie, und bitte fragt mich nicht warum: Das Bundesligaspiel Frankfurt – Mainz. Mit ausführlicher Spielanalyse. Seriously? Aber hey, mal ne Abwechslung zum Cricket. Da dürfte heute das dritte Testmatch gegen Südafrika anlaufen. Ich glaub das letzte hat man haushoch gewonnen, wobei es schon kompliziert ist, da nicht den Überblick zu verlieren, wenn jedes dieser Matche fünf Tage dauert. Und ich dachte, Bill Bryson macht Witze, als er was von Mittagspausen schrieb… Ich hab ein paar Mal reingelunzt und war nicht sehr begeistert – sonderlich spannend ist das nicht.

Da gefällt mir persönlich schon eher die Übertragung der Fragestunden im Parlament, die sich derzeit vorrangig mit dem Thema beschäftigen, ob Premierministerin Julia Gillard, selbst nicht unbedingt die Beliebteste aufgrund des Vorgangs, mit dem sie in den Posten gekommen ist, in den frühen Neunzigern in irgendeiner Affäre nicht ganz koscher vorgegangen ist. Offensichtlich hat ihre ehemalige Romanze einen Betrug zu verantworten, und die Frage ist, wie viel sie davon wusste oder ob sie gar involviert war. Hörthört!

Viel Neues kommt in den Fragestunden üblicherweise nicht auf – wenn die Opposition mal ne konkrete Frage stellt und sich nicht in irgendwelchen Beschuldigungen verliert, antwortet Frau Premierministerin üblicherweise entweder mit Hinweisen auf Interviews oder Dokumente, in denen jene Frage beantwortet sei oder macht sich über die Opposition und ihre Unfähigkeit, ihr was nachzuweisen, lustig. Wirkliche Beweise konnten Erstere nicht erbringen, wirkliche Antworten Letztere auch nicht. Unterhaltsam ist das Ganze vor allem wegen der Umgangsweise aller Beteiligten, die offen übereinander herziehen und sich sonstwas an den Hals werfen, aber alles insoweit entlang der Vorgaben, dass man sich immer mit dem korrekten Titel anspricht, und erst dann etwas sagt, wenn die Sprecherin des Hauses einem das Wort erteilt hat. Deren Aufgabe besteht eigentlich ausschließlich aus dem gelangweilten Aufrufen derjenigen, die als nächstes ans Mikro dürfen; Aufforderungen, etwas zurückzunehmen, wenn man mal über das Ziel hinausgeschossen hat, („The Deputy Leader of the Opposition will withdraw.“ – „I withdraw.“) und „Order! Order!“-Rufen, wenn der Rest des Hauses dann doch mal zu laut rummeckert und buht. Nach der Episode letzte Nacht kann ich aber auch sagen, das ich mich wirklich darauf freue, an so einer öffentlichen Parlamentssitzung mal teilzunehmen, das knallpinke Blazer in Kombination mit roten Haaren Augenkrebs verursachen, und dass „The Leader of the Opposition“ das neue „Deine Mutter“ ist.

Ansonsten geht die Arbeit im Pub ihren gewohnten Gang, die Ernte muss wegen derm Regen erstmal zwei, drei Tage aussetzen, was sowohl Farmer als auch ihre Backpacker in Scharen in den Pub treibt. Erstere froh, mal frei zu haben, letztere ein wenig unbegeistert ob der Verzögerung. Also insgesamt grad mal wieder busy busy, weswegen ich mich jetzt auch wieder an die Arbeit mache.

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