Plantschen für Fortgeschrittene

Der Wetsuit heißt Wetsuit, weil man in ihm nass wird. Man lernt nie aus.

Auf dem Rückweg nach Nyabing ging es heut wieder durch Denmark, wo ich nicht nur wegen der Toffee-Fabrik anhielt. Denmark ist ein bisschen ein Paradies für Foodies mit Schokoladen-, Käse- und Weinproduzenten und man kann alle paar hundert Meter vom Highway abbiegen und eine neue Geschmackswelt erleben. Mein begrenztes Budget hielt mich zum Glück davon ab, auf dem Weg viel zu viel zu verkosten und auszuprobieren, und so eventuell meinen Termin um 11 in Denmark zu verpassen, denn dort lautete das Ziel des Tages:

Surfen lernen.

Oder zumindest so etwas Ähnliches. Da ich ja einen gewissen Respekt vor offenem Wasser habe, und auch einfach keine ausreichende Erfahrung was das Schwimmen darin angeht, scheint das zumindest eine etwas gewagte Übung und ich war mir nicht sicher, inwieweit das wirklich was für mich ist. Allerdings wollte ich es zumindest einmal ausprobieren, solange ich in Australien weile, und da sowohl im Reiseführer als auch bei den Locals die Surfschule in Denmark (South Coast Surf School) für absolute Beginner empfohlen wird, bot es sich an, mal wegen einem freien Termin anzufragen, wenn ich schonmal da bin. Also rief ich gestern an, beschrieb kurz meinen Fähigkeitenstatus (nada, achja, und ich hab Angst vor tiefem Wasser!) und hatte Glück, dass sie heute Zeit hatten. Ich bekam eine Stunde versprochen, eine halbe Stunde zum Theoretisieren, damit ich weiß, worum es geht, die Grundlagen also, und eine halbe Stunde im Wasser. Es stellte sich dann heraus, dass das etwas knapp bemessen war, oder der Coach, Mike, dem die Schule gehört, einfach zuviel Zeit hatte – aber letzten Endes war ich dann nach einer ausführlichen Einführung doch über 2 Stunden im Wasser.

Nachdem ich also ein bisschen was gelernt hatte über Wellen und wie man sie liest und somit auch ein wenig geographisches Grundwissen reaktivieren konnte, ging es dann in den Wettie, was allein schon ein Sportprogramm ist, wenn man mich fragt. Dann ging es los mit einigen Balanceübungen am Strand, wo das Surfbrett, ein großes mit viel Auftrieb, auf einem Gummiring aufgelegt wurde und ich dann obendrauf das Flachlegen, Steuern und Hinknien und Aufspringen übte. Bereits zu diesem Zeitpunkt konnte ich ein eklatantes Manko in meinen Talenten feststellen: Absolut keine Kraft in den Armen und Beinen, um mich soweit aufzurichten und dann nach vorne zu springen. Das schreit nach einem Fitnessprogramm… Aber jetzt stand erst noch die richtige Herausforderung an – das Ganze im Wasser.

Wir blieben dazu im flachen Bereich, gerade mal hüfthoch an der tiefsten Stelle. Ein bisschen versprang ich mich meist wenn es darum ging, den Mittelpunkt auf dem Brett zu finden, aber zumeist blieb ich doch auf dem Brett, und irgendwann war es etwas kontrollierter und ich konnte schon einige lange Wellen mitnehmen. Als es dann etwas weiter rausging und auch ein paar schnellere dabei waren, haute es mich zwar auch ein paar Mal vom Brett, und einmal holte mich eine zweite Welle von hinten ein, die mich dann lustig umherwirbelte, aber da das Ganze quasi mit sofortigem Bodenkontakt stattfand, war das erstaunlicherweise ziemlich angstattackenbefreit. Ein bisschen Salzwasser wurde allerdings verschluckt.

Total unterambitioniert bin ich heute über das Surfen auf dem Brett liegend nicht rausgekommen. Wobei ich es zwar schon gern geschafft hätte, es wenigstens mal kniend zu probieren, aber wann immer ich mal soweit in Balance und ne gute Welle erwischt hatte, war ich viel zu langsam und unkoordiniert um meine Knie rechtzeitig nach vorne zu ziehen – was dann dazu führte, dass ich das Brett entschleunigte, die Welle vorbeiglitt und ich solchermaßen verlangsamt die Balance nicht mehr halten konnte und dann nach so zwei, drei Metern ziemlich ungraziös wieder Meerwasser verkostete. Es hat trotzdem einen Riesenspaß gemacht, was ich vorher nicht unbedingt erwartet hatte. Großartig. Das probieren wir nochmal, und vielleicht kriegen wir dann auch was Vertikales zustande, was ich heute nur mit offenem Mund bei einem Mädel beobachten konnte, die offensichtlich ihr ganzes Leben gesurft hat und im Bikini auf dem Board herumtänzelte also wäre es die einfachste Sache der Welt. Zauberhaft sah das aus.

Wetsuit-Action.

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3 Kommentare zu “Plantschen für Fortgeschrittene

  1. Ick bin stolz auf dich! Oh und wie gerne wäre ich da dabei gewesen, das gehört definitiv zu den Dingen, die ich auch gern können würde… entspricht diese Aktivität nicht sogar in etwa einem Teil meines to-do-in-Australia Punktes in deinem Guide? Aba da war noch irgendwas mit Road… dabei. Übrigens siehst du nicht nur im rosa gepunkteten Kleidchen scharf aus, sondern auch dieses Ganzkörperkondom schmückt dich ganz ausgezeichnet.

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