Benefizgolfen.

Wie Einige von euch vermutlich mitbekommen haben, ist gerade Brustkrebs-Monat (oder wie bezeichnet man das sinnvollerweise? Im Englischen sagt man Awareness, aber Brustkrebs-Bewusstseins-Monat ist ja jetzt auch nicht die Krönung) – gar der Buckingham Palace wurde pink angeleuchtet um darauf aufmerksam zu machen. Ein wunderbarer Anlass, um für diesen entsprechenden Zweck (Forschung, Hilfe für Betroffene und so weiter) Geld zu sammeln, und da ich mittlerweile sowieso das Gefühl habe, dass Australier ausgiebig spenden und sich mit solchen Awareness-Dingen herumschlagen – ich würde sagen etwa ein Drittel aller Fernsehwerbung macht auf irgendwelche Krankheiten, Spendenaktionen oder gemeinnützige Organisationen aufmerksam – gibt es natürlich auch entsprechende Aktionen in Nyabing. Zuletzt hatten wir im Pub eine Spendendose für eine Leukämie-Stiftung, die aufgestellt wurde weil Angehörige eines Betroffenen einen Lauf von Perth nach Albany veranstaltet haben. Dafür kamen in etwa anderthalb Monaten nur im Pub über $200 in Kleingeld zusammen. Passend zum Brustkrebs-Dings-Monat haben wir jetzt natürlich eine leere Dose hingestellt, die nach einer Woche bereits mit über $100 befüllt ist. In einem männerdominierten Umfeld ziehen Brüste einfach. (Mein Slogan: “For the boobies.” Works like a charm, as they say.)

Es wird sich jedoch nicht nur mit Kleingeld rumgeschlagen, sondern es gibt auch große Spendenaktionen wie zum Beispiel heute der Pink Ladies Golf Day im Nyabing Golf Club. Ja, wie es ausschaut muss eine jede Stadt, die was auf sich hält, einen eigenen Golfplatz aufweisen. Die Anzeige im Nyabing Newsletter versprach viel Spaß, einen einfachen Teamwettbewerb, bei dem jeder mitmachen kann, Lotterie und Preise sowie, für all diejenigen, die noch nie einen Golfschläger in der Hand hatten, einen kurzen Beginnerkurs, derbei die Männer die Kinder beaufsichtigen und in der Küche das Dinner vorbereiten (wo sie sich mit Hamburgern und Pommes wirklich übertrafen…). Außerdem verlangte die Anzeige, dass man pink trägt – und welches Glück: Hatte ich doch mein einziges pinkes Kleidungsstück, das Sommerkleidchen – dabei. Nicht unbedingt adäquate Golfbekleidung. Aber da direkt darunter in der Anzeige ein Preis für die bestbekleidete Dame ausgeschrieben war dachte ich mir, dass man dann ja auch richtig einen draufmachen kann.

Yes, Baby!

Solcherart completely overdressed und mit Julies Golfschlägern bestückt ging es dann mit der ersten Übungsstunde los und zu meinem Erstaunen traf ich zu diesem Zeitpunkt noch jeden Ball. Nicht unbedingt weit, aber auch nicht miserabel kurz. Mit dem Sportgerät ein wenig vertraut gemacht ging es dann los. Es wurden Teams gebildet – gemischt mit Nichtgolfern und Golfern – und man begab sich an den ersten Abschlagpunkt (den Tee, glaub ich zumindest, heißt das in Golfersprech, und der Abschlag von dort Drive). Mein Team bestand aus Arlene, Golferin und die Organisatorin des ganzen Spektakels, Jayde, Nichtgolferin aber immerhin die Ehefrau von Steelo, dem hiesigen Golfchampion, Debs, die gestern noch sehr, sehr lange dem Alkoholkonsum frönte erst im Pub und zu vorgerückter Stunde dann davor und entsprechend verspätet am Golfclub eintraf und ebenfalls Nichtgolferin, und mir. Jeweils zwei Teams absolvieren den Parcours gemeinsam und so waren wir dann ein lustiges Trüppchen von 7 Pink Golfing Ladies.

Die Regeln sahen vor, dass jeder einen Abschlag macht, und dann vom besten Schlag des Teams aus weitergespielt wird, indem von dort wieder alle ihr Glück versuchen. Das Ganze dauert ein bisschen – macht aber viel Spaß auch wenn man nicht wirklich gut ist, weil man trotzdem voran kommt. Das Ganze wird dann noch verkompliziert von einigen Extraaufgaben, die an jedem Loch (“Haha, sie hat Loch gesagt!” ) zu absolvieren waren. So musste man an einem Tee mit verbundenen Augen abschlagen, an einem anderen im Sitzen oder von halben Meter hohen Rohr. Den ersten Abschlag mit drei Schritten Anlauf meisterte ich sogar so gut, dass Gary, der vorher als Golflehrer fungiert hatte, zufrieden war. Anderswo musste man die komplette Strecke mit einem Hockeyschläger absolvieren oder mit eiförmigen Golfbällen spielen. Den Putt, also die letzten Schläge auf dem Green, also dem Flecken Fläche um das Loch, verkomplizierte man durch ein Rohr, durch das der Ball musste, linkshändigem Putten und, vermutlich der Favorit aller Frauen: Mit einem Bügeleisen (Englisch: Iron – was wiederum auch ein Begriff für eine bestimmte Form von Golfschlägern ist).

Ach, dafür benutzt man das…

Einen Nyabing Hockey Club gibt es auch.

Aufgelockert wurde das Spiel durch Kühlboxen mit Erdbeeren und Schaumwein alle zwei bis drei Löcher, wodurch die Trefferquote nicht wirklich besser wurde.

Zielwasserkonsum. (V.l.n.r. Debs, Mick, Sarah, TJ, Jayde, Arlene)

Wer den Ball nicht trifft – man darf solange schlagen, bis man dann den Ball mal bewegt bekommt – produziert einen Windy und bekommt eine Strafe in Höhe von $0.50 aufgebrummt, was sich erstmal nicht viel anhört. Ich hatte dann irgendwann 13 angesammelt… Strafen sammelte man aber auch für andere Dinge: Wenn man den Ball verliert, ihn irgendwie besonders gut oder besonders schlecht schlägt, wenn der Ball hinter dem Abschlagpunkt landet (was Arlene, immerhin die Golferin in unserem Team, zweimal hinbekommen hat) und für so ziemlich alles, wofür irgendjemand sich irgendeine Strafe ausdenkt.

Bekanntgemacht werden alle Strafen nach dem Spiel in Anwesenheit der Spendenbox, in die ich gleich zweimal einzahlen durfte. Einmal, weil ich der Paparazzi war. Und einmal, weil ich (wer hätte das bei dem Outfit gedacht) viel zu oft meine Unterwäsche hab blitzen lassen. Zu diesem Zeitpunkt, im Clubhaus, werden dann auch alle Resultate bekanntgegeben, und mein Team war zumindest auf Platz vier von sechs. Geht doch. Auch wurden Einzelergebnisse ausgewertet und ich hab sogar einmal irgendeinen Putt gewonnen – von dem ich gar nicht wusste, dass ich den gemacht hatte. Auch schön. Und ich bekam tatsächlich den Preis als bestangezogenste Golferin (man muss da allerdings zu sagen, dass ich mehr Konkurrenz erwartet hatte, aber irgendwie kamen alle in pinken Shirts und bequemen Hosen…) und ließ zur Erheiterung der anwesenden Damen ein letztes Mal meine schwarzen Hotpants blitzen. Danach gab es dann endlich Dinner und dieser wirklich absolut großartige Tag ging seinem Ende entgegen und ich bin dann irgendwann total erschöpft mit Gary zurück zum Pub, wo mich zumindest Julie sehr um meine gewonnene knallpinke Merinoschafswollmütze beneidete. Ein wirklich, wirklich wunderschöner Tag. Und hier gibt es noch ein paar Bilder davon:

In Linie.

Gegen den Wind.

Puttputtputt…

Debs and I

Mrs. Golfchamp

Die Männer haben auch ein bisschen Spaß.

Das Gewinnerteam mit „Trainer“.

Vierter Platz, yay! V.l.n.r. Debs, ich, Arlene und ja, ähm, Jayde.

 

 

 

 

 

 

 

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2 Kommentare zu “Benefizgolfen.

  1. hihi… woher nur kommt mir dieses outfit bekannt vor? steht dir aba auch vor diesem australischen hintergrund äußerst gut und wenn ich mir die anderen so anschaue… warst du wohl der hingucker 🙂

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