Wave Rock & Mulka’s Cave

Nachdem ich jetzt 12 Tage am Stück gearbeitet habe, gab es dann gestern mal frei. Recht spontan entschied ich mich, den Wave Rock zu besichtigen, wenn ich nicht irre Western Australias beliebteste geologische Touristenattraktion, und mit gerade mal 200km Entfernung von Nyabing ja geradezu um die Ecke. Donald musste also mal wieder Kilometer fressen, obwohl er doch eigentlich endlich mal repariert werden sollte (was aber auch bevorsteht – Demis, der hiesige Mechaniker hat sich unserer beiden angenommen und wird dafür sorgen, dass ich ein funktionstüchtiges Auto habe, wenn ich Nyabing verlasse).

 

Die Fahrt nach Wave Rock dauerte etwas mehr als zwei Stunden und brachte mich direkt zur Sehenswürdigkeit – also gut, der Parkplatz war 300m entfernt – aber irgendwie hatte ich mir das doch anders vorgestellt, als ich extra meine Wanderschuhe eingepackt hatte. Und wie das so ist, wenn man irgendwo hingeht um es sich anzusehen: Richtig, direkt hinter mir kam eine Busladung voll Touristen, die durch meine Bilder hüpften, obwohl ich mich bemühte, um sie herumzufotografieren. Egal. Das ist der Wave Rock:

Irgendjemand an der Genese interessiert?

Da der Wave Rock mit seinen 110m Länge durchaus sehr beeindruckend ist, jedoch auch ziemlich schnell abgeschritten und in aller Form begutachtet, begab ich mich auf den Rundweg, der über den Granitblock führte – an dieser Stelle dünnte sich der Touristenschwarm schon merklich aus. Weil auch dieser Rundweg nur knapp einen Kilometer lang war, begabe ich mich danach auf den nächsten – und hatte irgendwann, nach etwa 2 Stunden, sämtliche Wander- und Spazierpfade abgeschritten. Einer davon führte zu Hippo’s Yawn.

Ein Nilpferd. Doch, ganz sicher.

Auf den Wanderwegen war ich dann komplett allein unterwegs. Es kamen mir am Hippo’s Yawn noch andere Besucher unter, die waren jedoch mit dem Auto zum dortigen Parkplatz gefahren – und waren auch nicht schneller als ich, denn am Wave Rock hab ich sie auch schon gesehen vorher. Soll mich nicht stören, so hatte ich den Bush und die dahinter angrenzenden Salzseen halt für mich allein.

Bush…

…und versalzte Landschaft.

Die Versalzung ist eines der drängendsten Probleme im Umland hier, was man verstehen kann – ist ja der sogenannte Weizengürtel hier. Und wie sollte es anders sein, ist die Landwirtschaft nicht unschuldig daran – der Boden war zwar schon vorher versalzen, aber da der Bush, der das meiste vom Regenwasser aufnahm, gerodet wurde um Platz zu machen für Getreide (und Schafe), versickert jetzt ein Großteil des Regenwassers, hebt damit den Grundwasserspiegel, der wiederum das Salz im Boden löst und dann irgendwann die Wurzeln der Pflanzen erreicht – die damit nun eher weniger gut umgehen können. Das Problem ist bekannt, verschiedene Gegenmaßnahmen laufen, aber inwieweit die erfolgreich sind ist umstritten…

In der Nähe eines Wanderweges lag dann der Lake Magic – der, man sollte es aufgrund seiner Lage inmitten von Salzseen vermuten können, einen erhöhten Salzgehalt aufweist. Ich hab mich trotzdem hinreißen lassen und gekostet. Jepp, salzig.

Nachdem ich nun alle Wanderwege durch hatte, und immer noch Zeit war, fuhr ich die knapp 20km zur nächsten Sehenswürdigkeit: Mulka’s Cave. Die sieht von außen zwar weniger spektakulär aus, bietet im Inneren aber etwas Besonderes: Jahrtausendealte Spuren der Aborigines der Gegend. Es gibt hunderte Handabdrücke (die erzeugt werden, indem man die Hand an die Wand hält und diese dann mit Farbpigmenten besprühspuckt) und die sozusagen signieren, wer da war. Sehr beeindruckend, auch wenn die Geschichte dahinter mehr dafür ausgelegt war, um kleinen Kindern den Ungehorsam auszureden (denn sonst holt dich der kinderfressende Mulka).

Mulka’s Cave

Auch dort ging ich alle Wanderwege ab, und begab mich danach, da es schon gen Sonnenuntergang ging, auf den Heimweg. Langsamer als hinwärts, da vor das Auto hüpfende ‚Roos (also Boingboings) eine der Hauptunfallursachen hier in der Gegend sind. Mir hüpften jedoch nur 4 Kaninchen vor das Auto, für dessen Ableben ich vermutlich sogar noch Bonuspunkte erhalten hätte, sie stellen nämlich eine importierte Plage dar, die so ziemlich alles an Bepflanzung plattmacht – und alles nur, weil ein englischer Herr sich mal ein Dutzend herschiffen lies, damit er was zum Jagen hatte… Aber mit dem Importieren von Tieren hat Australien ja nun ausreichend Erfahrung – sollte man meinen (erinnert sich jemand an die Simpsons-Episode, wo Bart einen Frosch mit nach Australien bringt?) – und man kann ihnen nur wünschen, dass sie der Problematik langsam Herr werden.

 

 

 

 

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Ein Kommentar zu “Wave Rock & Mulka’s Cave

  1. Pingback: Sheep and crop country, reloaded | blauhelmtaube

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