Pörs?

Ah well, oh well…

Ich bin nun seit einer Woche in diesem Perth – aber so wirklich viel hab ich von dieser Stadt noch nicht gesehen, da ich mehr im Nahverkehr oder vor irgendwelchen Rechnern rumgesessen habe… Aber der Reihe nach.

Nach meiner Ankunft letzten Samstag morgen fuhr ich zu meinem Couchsurfing-Gastgeber, Matt, der ein Haus in einem nahegelegenen südlichen Stadtteil bewohnt und, wie ich glaube, keinem Couchsurfer absagen kann. Das führt dann dazu, dass man in ein Haus kommt, in dem ein Dutzend Backpacker rumtoben und insgesamt eine sehr lockere Athmosphäre herrscht. Und natürlich nicht genug Betten für alle da sind… Was heißt, dass ich die letzten Nächte mit bis zu sieben anderen in der Garage geschlafen habe…

Fast wie Feriencamp.

Der Haufen, der sich hier zusammengewürfelt hat, ist ein wunderbares Panoptikum an Backpacker-Typen: Jungsche Mädchen, frisch vom Gymnasium, coole BWL’er die ihr Gewissen entdeckt haben und jetzt in einem vegan-glutenfreien Rohkost-Cafe arbeiten, der Deutsche, der seit 2 Jahren durch die Welt reist und buddhistische Lebensweisen nach außen strahlt und eine Mehrheit französischer Herkunft, weswegen ich dann auch jetzt bestätigen kann, dass ich wirklich gar nichts mehr von dieser Sprache verstehe. Hört sich aber hübsch an. Und alle, wie man sich das vorstellt: Tiefenentspannt, Gras rauchend, fernab jeglicher Probleme dieser Welt. Und mittendrin ich… die sich manchmal trotz all der lieben Menschen drumrum tatsächlich recht deplatziert fühlt.

Als ich ankam, gab es jedoch gleich mal etwas nach meinem Geschmack… und was mag das wohl gewesen sein?

A) Die Zitronen am Baum im Garten oder B) Footy? Öhm…

Fremantle vs. Melbourne

Gerangel – vollkommen regelkonform.

Ally aus Kanada und Mike aus England wollten vor ihrer Abreise gern zumindest ein Profispiel gesehen haben und hatten mit mir natürlich jemanden gefunden, der mehr als gerne mit kam. Fremantle, eines der beiden hiesigen Teams, spielte gegen eines der Ukzilliarden Teams aus Melbourne und gewann mit einem recht komfortablen Ergebnis von 101:41. Ein schönes Spiel! Danach wurden wir von einem Bekannten Allys eingeladen, den Abend bei ihm zu verbringen, was dann aber doch eher unspektakulär ausfiel, mir aber immerhin auf dem Heimweg im Nahverkehr einige Impressionen von sich liderlich-anziehenden und sich in die U-Bahn übergebenden jungen Damen einbrachte. Sluttyness – noch ein Trend, an dem ich mich nicht beteiligen werde.

Die folgenden Tage sollten dann ganz im Zeichen der obersten Prioritäten auf meiner Liste stehen: Ein Job, um die Reisefinanzierung auf Vordermann zu bringen, und ein Auto, um den zu erwartenden Reisefinanzierungsvordermann gleich wieder arbeitslos zu machen. Leider hat das bisher alles nicht so gefruchtet, wie ich mir das wünschte – es wird einem leider beides nicht hinterhergeworfen, wer hätte das gedacht. In den letzten Tagen habe ich deswegen ausgiebig die einschlägigen Internetseiten konsultiert, mehr als zwei dutzend mal meine Bewerbung unters Volk gebracht, bei mehreren Jobagenturen artig angeklopft und auch schon zwei Interviews geführt – aber es sollte nicht sein. Und dabei war es gestern schon sehr knapp: Ich war für eine Stelle als Sales Assistant in einem Laden im 800-Einwohner-Ort Onslow, 1400km entfernt von Perth, vorgesehen, hab dann aber tatsächlich doch noch gegen eine andere Kandidatin den Kürzeren gezogen, weil sie… nicht so einen langen Anfahrtsweg hatte. Gut – ich könnte auch als Rezeptionistin in einem Hostel anfangen – da lag auch ein Angebot vor – aber da hat man mir nicht genug Stunden anbieten können, damit da auch was hängenbleibt für den Roadtrip im Januar. Genauso wie bei den Mädels bei Lush, die mich in Perth zwar gerne nehmen würden, allerdings nicht Vollzeit und schon gar nicht mit dem Ausblick, dass ich mich vor Silvester dünne mache – um rechtzeitig nach Sydney zu kommen. In Folge hab ich dann noch beim Shop in Adelaide angefragt – notfalls fahr ich halt wieder zurück – und erstmal ein weiteres halbes Dutzend mal meine Bewerbung losgeschickt. Es ist nicht so, dass keine Arbeit da ist, es ist nur so, dass ich nicht die will, die ich angeboten bekomme beziehungsweise aufgrund der Pläne für Januar für sämtliche Positionen, die länger als drei Monate angelegt sind (und das sind viele) nicht in Frage komme. Luxusprobleme, sozusagen, und ich hätte nicht gedacht, dass ich tatsächlich so wählerisch bin… Aber unter Vollzeit geht nun mal nichts, wenn man tatsächlich was ansparen will. Also warte ich ab, was die nächste Woche bringt und hoffe, meine Arbeitslosigkeit ist nur von kurzer Dauer.

Meine Suche nach einem Auto verlief auch nicht sehr viel erfolgreicher. Zum Einen steht nur ein begrenztes Budget zur Verfügung, weswegen es logischerweise nur eine begrenzte Auswahl gibt. Ich probierte trotzdem mein Glück – beide Male endete meine Affinität zum Autokauf jedoch beim Mechaniker. Nein, ich habe keinen Unfall gebaut – ich hab sogar recht erfolgreich durch den Linksverkehr navigiert. Nur den Scheibenwischer und den Blinker werd ich wohl noch öfter vertauschen. Da ich jedoch keinerlei Ahnung von dem, was unter der Motorhaube stattfindet, habe („Aha, ein Auto.“) holte ich mir doch lieber professionellen Rat und lies die beiden Autos jeweils kurz inspizieren. In beiden Fällen wurden die Besitzer dann mit der harten Realität von Öllecks konfrontiert – und ich hab es mir dann doch erstmal verkniffen, Geld für Autos auszugeben, bei denen jeweils einige Hunderte Dollar Reparaturkosten anfallen würden. Beim zweiten Auto bin ich zwar noch am Überlegen, da der Besitzer mir einen drastischen Rabatt anbot, der sich quasi mit den Reparaturkosten wieder ausgleichen würde… so oder so bin ich momentan jedoch erstmal bedient, was meine beiden Projekte für diese Woche angeht.

Zumindest hat mir die Autosuche am Mittwoch einen sehr lustigen Abend beschert: Ich hatte einen Termin bei Auto Nummer 3, Alex, der seinen Wagen dringend verkaufen musste, da er am Samstag nach Melbourne zurückzieht. Als ich dort ankam, war niemand da, ein Anruf meinerseits brachte jedoch kurz darauf Licht ins Dunkel: Er war noch auf dem Weg von der Arbeit, wer ich gleich nochmal sei? Und achja – er hat vergessen mir mitzuteilen, dass er das Auto am Vormittag schon jemandem verkauft hat. Dass tat ihm wiederum leid, und er lud mich auf ein Bier ein. Sein Mitbewohner war zwischenzeitlich auch eingetroffen, genau wie eine andere Dame, die offensichtlich auch nicht über den Verkauf informiert wurde, und gleich wieder abreiste, bevor es dann schließlich daran ging das Bier zu öffnen. Als diese leer waren wurde eine Flasche Absolut Vodka bereitgestellt (ich will gar nicht wissen, was Absolut hier unten kostet – so Pi mal Daumen ist ja alles dreimal teurer…) und, oh Schande, mit Orangensaft gemischt. Irgendwann dazwischen gab es noch leckeres chinesisches Essen vom Lieferservice und als dann irgendwann – so drei Stunden später – der Absolut alle war, bekam ich dann ein Taxi bestellt und 60$ in die Hand gedrückt, um ebendieses zu bezahlen, so eine Fahrt von einem sehr nördlichen Vorort in Richtung Süden ist schließlich nicht billig. Mal eben 60$ weggeben für jemandem in der Bergbauindustrie aber auch nur Peanuts, wir mir mehrfach versichert wurde. Und so kam ich dann glücklich, satt und angetrunken wieder nach Hause, nicht ohne vorher noch darauf hingewiesen worden zu sein, dass am Sonntag noch ein Footy-Spiel ist, das Saisonfinale des anderen lokalen Teams, den Westcoast Eagles… Verdammt, jetzt will ich da auch hin!

Joa. Gestern hab ich es dann ja mal wieder in die Stadt geschafft, wegen der oben schon erwähnten Vorstellungsgespräche, und bei der Gelegenheit auch mal ein bisschen was am Blog getan. Heute bestand im Wesentlichen aus Wartezeit ob der Antwort auf die Entwicklungen in dem Bereich – bis es dann abends darum ging, Mischa zu verabschieden (den Deutschen mit zwei Jahren Weltreiseerfahrung, den es auf dem Landweg nach Australien verschlagen hat – das ist ein Abenteuer nach meinem Geschmack). Mischa flog zurück nach Deutschland – und vertrieb sich die Zeit bis sein Taxi kam mit Trinkspielen und ließ uns sein Reisetagebuch mit unseren Kommentaren füllen. Was Einigen aber nicht ausreichte…:

Fucking German

Charlotte, Mike (der sich diese Woche sein Armtattoo hat vervollständigen lassen) und Claire betätigen sich kreativ.

Da waren noch alle brav: Mike, Charlotte und Mischa

Claire, Noelle und Amy – die gute Trinkspiele kennt.

Irgendjemandem aufgefallen, dass im ganzen Beitrag kein einziges Bild von Perth zu sehen war? Sieht nach einer Aufgabe für’s Wochenende aus…

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