Indian-Pacific

Jaaa ich weiß, ich hab mir Zeit gelassen mit dem nächsten Eintrag hier… Dafür gibt es dann heute gleich ein bisschen mehr.
Nachdem ich mich ja letzten Donnerstag am Bahnhof davon überzeugen konnte, dass nicht nur Fernverkehrszüge der Deutschen Bahn mit signifikanter Verspätung antreten, ging es abends aus Adelaide los in Richtung Perth.

Lokomotive

Die anderthalb Tage im Zug waren äußerst angenehm, geradezu luxuriöses Reisen war das. Trotz Sitzwagen. Da aber ebendieser Wagen nur unterdurchschnittlich besetzt war (will heißen: Weniger als ein Dutzend Passagiere) konnte man sich frisch und frei mit den Plätzen arrangieren und – was ich wirklich genial finde – sich sogar 4-er-Sitzgruppen bauen, da die Stuhlreihen zu drehen gingen. Dazu gab es dann Duschkabinen im Zug, was definitiv ein Erlebnis ist, und noch ein Cafe mit typischen Bahnpreisen.

Kathie, meine „Sitzgruppennachbarin“, und ich genießen ein australisches Frühstück

Und damit sich die Leute nicht langweilen, gab es zwei Zwischenstopps, an denen man sich die Beine vertreten konnte. Einer davon in Cook, ein Ort mit 4 Einwohnern an der Strecke durch die Nullarborplain (Nullarbor entlehnt sich dabei ein wenig dem Lateinischen und bedeutet keine Bäume), der längsten geraden Bahnstrecke weltweit. 487km ohne eine einzige Kurve.

Nullarborplain – wobei ich dann doch hin und wieder einen Baum sichten konnte…

Freitag abends stoppten wir dann für drei Stunden in Kalgoorlie, eine Stadt, die eigentlich ausschließlich wegen der Bergbauindustrie existiert. Und was wird da so gebergbaut? Gold. 28 Tonnen werden hier pro Jahr abgebaut, und dass meiste davon kommt aus dem Super Pit, der momentan größten Tagebaugoldmine Australiens, die aber, wenn sie mal erwachsen ist, die größte der Welt werden soll (nur um danach untertage fortgeführt zu werden). Momentan ist sie 3 km lang und halb so breit und geht über 400m in die Tiefe. Ein ziemlich beeindruckendes Machwerk, mit 24h-Betrieb und, man höre und staune, einem Drittel weiblicher Besatzung in der Mine (die so ungefähr $1500+ pro Woche verdienen, indem sie riesige Trucks mit eine Menge Abraum und einem bisschen Gold aus der Mine fahren).

Super Pit: Jede der „Stufen“ ist ungefähr 25m hoch. Die Fahrt der Trucks, die so ca. 240t Abraum mit einem Mal abtransportieren und entsprechend groß sind, dauert 40 Minuten, was einem bei einem Tempo von 15kmh auch nicht verwundert…

Insgesamt ist Kalgoorlie eine sehr interessante Stadt – oder zumindest war die Rundtourdame sehr gut darin, es so darzustellen. Neben unterhaltsamen Stories über die Bordelle (Touristenbusse dürfen nicht mehr vorm Bordell stehenbleiben, nachdem eine Dame des Gewerbes sich darüber beschwerte, dass sie von ihrem Onkel wiedererkannt wurde – die Familie dachte, sie würde Trucks in der Mine fahren. Whoops…), Bars und Kriminellen der Stadt hatte sie auch eine Menge Zahlen parat, die sie einem um den Kopf schwirren ließ.

Mit dem Zug ging es dann weiter und am nächsten Morgen erreichten wir Perth. Und wie es da weiterging, erzähl ich euch beim nächsten Mal…

Franzi vor Australienhintergrund.

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