Footy!

Nachdem ich die Woche ja nun „behutsam“ an Australian Rules Football herangeführt wurde, hab ich mich heute einfach mal eingeladen, James und Dan bei ihren letzten Saisonspielen zuzuschauen. Bevor es losging sollte ich jedoch noch einmal Hand anlegen: James war schon unterwegs, da sein Team zuerst spielen würde, weswegen Dan mich bat, doch bitte seine Haare zu schneiden. Nunja, mein Erfahrungsschatz mag zwar begrenzt sein, aber wenn man mich so lieb fragt… Eine klare Vorstellung hatte Dan vom Resultat – es sollte ein „Mullet“ werden. Oder, wie ich ihm dann auf deutsch beibrachte, ein Vokuhila. Wenn’s sonst nichts ist…

Friseurkarriere kommt schonmal nicht in Frage…

Sehr schön dann später das Gespräch mit Dan’s Mutter, die vor dem Spiel ihren Sohn nur mit Mütze zu Gesicht bekam, und einem offensichtlich vielsagenden Grinsen. Ich entschuldigte mich in aller Form für das, was ich den Haaren ihres Sohnes angetan hatte, sorgte im Laufe des Tages jedoch noch für einige Erheiterung mit der Story. Nach dem Spiel wurden dann aber auch hintenrum die Haare in Form gebracht.

Ansonsten war es ein sehr schöner Nachmittag, es gab Bier und drei Spiele Footy zu sehen. Das erste Spiel war zwar fast vorbei, als ich mit Dan dann eintrudelte, was aber wohl auch nicht schlimm war, denn die Jugendmannschaft verlor ihr Spiel mit sage und schreibe 20 zu 130 Punkten. Düdüdüdümmmm…

Sowohl James, der mit der zweiten, als auch Dan, der mit der ersten Mannschaft auflief, konnten jedoch dann beide ihre Spiele gewinnen. Ich trank derweil ein Bier (Hahn Super Dry, falls das jemanden interessiert) und versuchte, Fotos zu machen (und wurde ob der Kamera zweimal angesprochen, ob ich vom lokalen Newspaper sei). Natürlich fokussierte ich ausgiebig daneben. Trotzdem gibt es hier mal ein paar Impressionen vom heutigen Nachmittag:

(James und Dan spielen für die Willaston Donnybrooks, das Team in blau-rot, James hat die Nummer 26 und Dan die Nummer 40, wobei man ihn tatsächlich eher an der Frisur erkannte…)

Spiel von James‘ Mannschaft

Viele Zuschauer blieben während des Spiels in ihrem Auto sitzen (war zumindest auch wärmer und windärmer). Fiel ein Tor für die Heimmannschaft, wurde gehupt.

„Verteidigung“

Such die Vokuhila.

Dan’s Mannschaft hatte dann das Vergnügen, im Regen spielen zu dürfen… Hier ist auch mal das runde Spielfeld gut zu erkennen.

Dan’s Bruder Matthew spielt auch mit und darf hier mal das Ei ein wenig tragen.

Eierlauf mal anders.

Der Herr in Weiß ist für das Erkennen von gefallenen Toren verantwortlich. Fliegt der Ball zwischen den Pfosten (oder darüber hinweg) wird mit Hilfe von weißen Fahnen mit dem gegenüberliegendem Torwart kommuniziert, bevor der Herr am Punktebrett sich zum Auswechseln der Nummern bequemt.

Mit 18 Spielern pro Team auf dem Platz kann man schonmal im Torraum ne ruhige Kugel schieben…

Ich finde diesen Sport zunehmend großartig. Ständig hauen sich Männer in Ringermanier gegenseitig auf den Boden um an den Ball zu kommen, es wird dem Ball hinterhergehüpft und -gestolpert, weil der wegen seiner Eiform natürlich nur wenig vorhersehbar durch die Gegend rollt, was dann ein wenig so aussieht, wie wenn ich ballspiele. Und zwischendrin gibt es dann ziemlich gut aussehende Momente mit passendem Zuspiel und koordiniert aussehenden Torschüssen. Dazu noch Ergebnisse, die ganz weit weg von irgendwelchen 0:0 sind und (was man aber bei den Profis besser sieht) recht kurze knappe Turnhosen, die auch was für’s Auge bieten. Doch, lustiger Sport. Und so ein Nachmittag Aussie Footy mit Bier und Spaß ist auch, soweit ich das beurteilen kann, schon recht nah dran am Aussie Way of Life.

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