Couchsurfen und Alkoholverkostung

(Eigentlich hatte ich vor, noch einige Bilder mehr in diesem Post zu zeigen, aber irgendwie geht der SD-Kartenleser an diesem Rechner nicht und ich kann die Bilder also nicht von der Kamera runterholen momentan. Ich verspreche, sie werden noch nachgereicht!)

Seit Samstag bin ich nun in Adelaide (genauer eigentlich eher in Gawler, 50km außerhalb von Adelaide, aber bei den Relationen in diesem Land ist das ja nun fast vernachlässigbar) und bin dank Couchsurfing bei James und Daniel untergekommen, die ein typisch suburbanes Häuschen quasi durchgängig, so scheint es mir, mit Reisenden aus aller Welt teilen, wenn sie es nicht gerade renovieren. Bis heute ebenfalls dabei: Anne und Stefan aus Berlin. Da fliegt man um die halbe Welt…

Was ich allerdings schon jetzt mal wieder bestätigen kann ist, dass es beim Couchsurfen sehr viel einfacher ist, die Leute des Landes, welches man besucht, auch besser kennenzulernen – und das Land so natürlich auch gleich mit. James, der offizielle Gastgeber, ist ein 30-jähriger Australier, dessen deutsches Lieblingswort „Haferflocken“ ist, und der mit seinem Mitbewohner eine ziemliche Begeisterung für Aussie Rules Football an den Tag legt. Aussie Rules Football, falls sich das jemand fragt, ist eine Sportart, die entfernt dem Rugby oder dem American Football ähnelt, wobei ich weiterhin behaupten werde, dass ihr wesentliches Merkmal die Abwesenheit sämtlicher Regeln darstellt. Zunächst einmal ist das Spielfeld rund wobei ein „Aus“ nicht wirklich existiert, man kann den Ball tragen, fangen, werfen, treten und man darf ihn vor allem dem Spielgegner wegnehmen, was mehr als weniger regelmäßig zu einem Gewusel übereinander liegender Spieler führt, die sich gegenseitig um den Ball kabbeln. Das eigentliche Spielziel ist es, den Ball durch 4 Latten zu schießen, wofür es – je nachdem welche der Latten es waren – unterschiedlich viele Punkte gibt. Wir konnten Samstag abend ein Spiel der hiesigen Adelaide Crows im Fernsehen verfolgen, die es schafften, gegen Brisbane trotz eines bequemen 50 Punkte-Vorsprungs zu verlieren. Danach taten wir etwas anderes typisch Australisches: In einen Pub gehen um Bier zu trinken.

In Gawler suchten wir uns also die ein oder andere Lokalität, um uns dort das ein oder andere Bier zu genehmigen, wobei ich dann auch eine andere typische australische Eigenart tatsächlich in der Praxis erleben durfte: Von wegen jeder bezahlt sein eigenes – es wird in Runden bestellt.

Zu ausreichend später Stunde und reichlich an die Qualität der hiesigen Bierbrauer herangeführt, begaben wir uns wieder auf den Heimweg, wobei die Herren sich königlich darüber amüsierten, dass ich die etwas angeschickerte Anne zum Taxi trug. Zu Hause führten wir uns dann gegenseitig noch eine Weile unsere unterdurchschnittlichen Gitarrenkünste vor bevor es dann, heimelig mit Feuer im Kamin zum Schlafen ging.

Sonntag gab es dann Konterwein: Im Barossa Valley, weltberühmtes Weingebiet direkt hier um die Ecke, war Gourmet Festival, sprich: Viel Wein und Essen in malerischer Weingebietslandschaft. Zunächst führte unser Weg zu einem Winzer, dessen Weingut „Kellermeister“ heißt – untrüglicher Hinweis darauf, dass die ganze Gegend hier von deutschen Einwanderern entscheidend geprägt wurde. Die ersten Weingüter wurden Mitte des 19. Jahrhunderts von ihnen gegründet, ganze Dörfer in der Umgebung haben etwas ziemlich Deutsches an sich – gar nicht zu schweigen von den Namen: Siegerdorf und Hahndorf zum Beispiel. Angeblich soll es hier auch irgendwo deutsche Bäcker geben, die richtiges Brot backen!

Im Kellermeister besorgten sich Dan und ich jeweils ein Glas (5$) und ließen uns diese sogleich einmal auffüllen (leckerer Eiswein – 8$) – derweil James als „designated driver“ eine gratis Limo erhielt und sich am Essensstand verköstigte.

Na, ein Glück!

Wir fuhren dann noch zu weiteren Weingütern, wobei eines durch eine ziemlich lange Warteschlange auffiel, die wir dann doch zugunsten eines Weinguts, wo man nicht warten musste verließen. So kamen wir schließlich zum Tanunda Chateau, ein eher französisch angehauchtes Gut, wo wir den Nachmittag bei einer Flasche Pinot und leckerem Käse ausklingen ließen.

Solcherart äußerst gut versorgt und mit den regionalen Spezereien bekannt gemacht, konnte ich dann auch die zweite Aufgabe meiner Reiseplanung abhaken: Franzi hatte mir eine Weinprobe im Barossa Valley nahegelegt – oder alternativ ein wenig Weintraubenpflücken, wofür allerdings grad keine Saison ist. Da es mir hier aber sehr gut gefällt, komme ich vielleicht im Februar nochmal wieder, wenn die Erntesaison beginnt und hol das dann noch nach. Auf jeden Fall eine äußerst gute Wahl liebe Franzi, solltest du aus Versehen auch mal nach Down Under fallen, schreibe ich das hiermit auch auf deine Reiseliste!

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: