Kleinigkeiten

Ich bin wieder unterwegs. Die vergangene Nacht verbrachte ich im Zug nach Melbourne – 12 Stunden Fahrzeit von Sydney aus, was in etwa den Zugfahrten nach London und Budapest von Dresden aus entspricht. Bloß dass man hier nicht einmal das Land verlässt. Ich bin gespannt, wie die lange Fahrt ab Adelaide wird, die immerhin anderthalb Tage dauert…

Was mich während der Nachtfahrt jedoch jetzt schon ganz schön begeistert hat, ist der Nachthimmel im ruralen Raum. Soooooo viele Sterne! Mehr davon!

Die letzten Tage in Sydney hab ich noch genutzt, um ein paar weitete Touristen-Highlights anzusteuern. Den Eastern Coastal Walkway bis nach Bondi Beach bin ich abgelaufen (das Danke für den Tipp geht an Herwig), und das Australian Museum hab ich angesteuert. Letzteres ist ein wunderbares naturwissenschaftliches Museum mit Ausstellungen zu Tierwelt, Pflanzen, aber auch Geschichte und Kultur in Australien, und unter anderem mit einer minerologischen Abteilung, in der man ausgiebig bewundern kann, was es sich alles lohnt aus Australiens Erde zu buddeln – Gold, Opale, Diamanten.

Was mir auch noch sehr gut gefallen hat war der Besuch des Parlaments von New South Wales. Zufällig beim Vorbeigehen hab ich bemerkt, dass man nicht nur das Gebäude – sowas von Kolonialstil – besichtigen, sondern auch ohne Probleme und recht nah einer Sitzung der ersten Kammer beiwohnen kann. Gesetzgebungsprozesse live.

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Man beachte die Anwesenheitsquote.

Auf das Wiedersehen mit Sydney freue ich mich auf jeden Fall sehr, da gibt es noch Einiges, was mich reizt!

Angekommen in Melbourne wurde ich direktemang mal mit der Beziehung Australiens zu seinem Militär in Berührung gebracht. Am Bahnhof fand eine größer angelegte Sammlung für Vietnamkriegsveteranen statt und beim Spazierengehen durch Melbourne stieß ich kurz darauf auf den Shrine of Rememberance – ein großes, massives Denkmal für alle gefallenen Australier in allen Kriegen (und auch ein paar Neuseeländer – war ja im ersten Weltkrieg schließlich das ANZAC, also Australian New Zealand Army Corps). Im Innenraum gab es eine Zusammenfassung der Militärgeschichte, die zwar auch sehr von der Bindung zum kolonialen Mutterschiff (sowie anderen Alliierten *hust* USA *hust*) geprägt ist, allerdings ob der gefühlten Bedrohung durch den Kommunismus und des Wasweissichismus und Japan geopolitisch deutlich stärker auf den asiatisch-pazifischen Raum ausgerichtet, als wir Mitteleuropäer das gewohnt sind. Die leicht heroisch eingefärbte Hintergrundmusik und Darstellung fand ich allerdings schon dick aufgetragen. Naja, wem’s Spaß macht.

Ansonsten war’s natürlich genauso lange regnerisch und trübe (vom braunen Yarra River mal ganz zu schweigen) bis ich mit meiner ausgiebigen Spazierrunde quasi durch war und auch ja schöne Bilder von diesen grauen Wolkenungetümen gemacht habe. Dann kam der blaue Himmel… A propos Wetter: Melbourne liegt ja noch ein Stück südlicher als Sydney – eine ganze Klimazone um genau zu sein – was es natürlich auch frischer macht. Aber – oho – hier gibt es Heizungen! Ha!

Auf meiner Spazierrunde bin ich dann auch ungeplant über meinen ersten Lush seit knapp nen Monat gestolpert und musste natürlich mal reinschauen, wie die das hier so machen mit dem Merchandising (Geschenke unterirdisch, zum Teil einige, die es in Deutschland nicht oder anders gibt und hässliche Labels!) und der Preisgestaltung (absolut unnachvollziehbar – einiges erwartbarerweise deutlich teurer, dafür anderes sogar günstiger…) machen. Ich habe nichts gekauft, ich schwöre! Hab schließlich genug Zeug mitgeschleppt…

Ich tu mich beim Einkaufen sowieso noch schwer – im Supermarkt steh ich bestimmt jedes Mal ne Stunde orientierungslos im Weg und bin noch ziemlich unentschlossen ob der Vielfalt der mir unbekannten Produkte – aber das ist ja immer so in fremden Ländern, zumindest kenn ich das von mir nur so. Brot ham’se kein Anständiges, aber das war ja vorher schon klar. Und ein Großteil der Obsttheke ist mir bekannt, verhungern werd ich also nicht. Meine neueste Entdeckung diese Woche: Geschredderte Hühnchenbrust in süßer Chilisauce – macht sich hervorragend auf Frischkäsetoast.

Jetzt hab ich Hunger. Ich werd mich dann also nochmal in die Spur begeben und was zu Essen organisieren – bis das nächste Mal in Adelaide!

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3 Kommentare zu “Kleinigkeiten

  1. Oh ja, dieses Hühnergeschreddere ist nicht schlecht und den Lush haben wir von außen auch gesehen.
    Danke für die vielen schönen Erinnerungen! Und Grüße Melbourne gaaaaaanz lieb von uns!!!
    Umärml

  2. sterne im ruralen raum? das muss ich pittiplatsch in theos gutenachtgeschichte erzählen, der hat nämlich noch nie sterne gesehen und als moppi und schnattchen ihm welche zeigen wollten,da waren da nur regenwolken die den himmel versteckt haben…klarer fall, pitti muss nach australien!ich schicke ihn dir mal vorbei:)
    wir vermissen dich hier sehr und tragen alle fleißig roten lippenstift um deine fahne hochzuhalten!
    ach ja, und ich hab jetzt doch nen job als kartograph, ich kann dir also hoffnung machen;)
    sei ganz fest gedrückt!!!! deine tine

  3. …Tinchen, muss ich mir Sorgen machen? Pittiplatsch ist noch nicht angekommen… nicht, dass der auf seinem Staubsauger ne falsche Abzweigung genommen hat… 🙂 Und wie und wo und wann wirst du denn kartographieren? Großartige Neuigkeiten!

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