Freunde des motorisierten Individualverkehrs

Bevor ich mich zu einem überlangen Essay hinreißen lasse, nur kurz:

Gerade bin ich über diesen Artikel über Fahrgemeinschaften bei Spiegel Online gestolpert. Nett geschrieben und eben einige ganz rationale Gründe auflistend, was an zuviel Verkehr blöd ist, und wie man das doch reduzieren könnte.

Logischerweise wurde in Folge die Kommentarfunktion reflexartig von den Befürwortern des motorisierten Individualverkehrs betätigt, die sich ereiferten, wie unmöglich es wäre in Zeiten von Gleitzeit sich mit Mitfahrern zu organisieren – und überhaupt: Auto teilen? Nö. Da scheinen auch die Befürworter solcher Maßnahmen mit ihren Positivbeispielen auf taube Ohren zu stoßen, aber wundert´s? Die meisten Autofahrer haben schlicht kein Interesse daran, ihr eigenes Verhalten in irgendeiner Weise dahingehend anzupassen, um Verkehr und die damit einhergehenden Umweltbelästigungen zu reduzieren und geben alternativen Möglichkeiten, Verkehr zu organisieren demzufolge auch keine Chance. Dazu hab ich dann aber doch auch ein Positivbeispiel beizutragen:

Mein Vater hat seinen Arbeitsweg immer allein per Auto zurückgelegt – in die Nachbarstadt war das ne Strecke von ner halben Stunde. Mitfahrer? Zu schwer zu organisieren, zu umständlich. Nahverkehr? Gibt´s keine praktikablen Verbindungen. Letztes Jahr dann der Sinneswandel – mit einmal Umsteigen im Nachbardorf geht es doch mit dem Nahverkehr. Das dauert pro Strecke zwar nochmal ne halbe Stunde länger, bietet aber verschiedene Vorteile. Nicht mehr selbst fahren müssen und somit bspw. Zeit fürs Lesen haben, Benzinkosten senken und vor allem das Auto nicht mehr so oft abnutzen müssen – kostet ja auch Geld – und last but not least: Pünktlich mit der Arbeit Schluss machen können. So Überlandbusse fahren schließlich nicht ständig. Das heißt netto tatsächlich, trotz längerer Fahrtzeiten, mehr Zeit fürs Private. Und wenn das kein Grund ist, sich mal mit Alternativen zum Auto auseinanderzusetzen, dann weiß ich auch nicht.

In dem Sinne: In zwei Stunden geht meine Mitfahrgelegenheit nach Berlin, ich bin dann mal weg.

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